Werner Gerth: Streiter für die Einkaufsstadt Weinheim

von Heinz Keller
Alle Beiträge in diesem Zeitungsarchiv sind erstmals in den Weinheimer Nachrichten erschienen. Die Veröffentlichung auf der Internetseite des Weinheimer Museums erfolgt mit der Zustimmung der DiesbachMedien GmbH.
Die Gründung und die erfolgreiche Entwicklung des Vereins „Lebendiges Weinheim” sind eng mit seinem Namen verbunden. Werner Gerth gehörte mit Doris Zehender, Rosi Fuchs, Hans Losmann, Werner Röth, Franz Ungruhe und Karl-Heinz Willersinn 1978 zu den sieben Initiatoren eines Zusammenschlusses im Einzelhandel, „damit ein Ruck durch die Stadt geht und alle, die Handel treiben oder eine Gewerbe ausüben, ihre Verpflichtung zur Pflege der gewachsenen Tradition empfinden und sich zusammentun!”
Franz Ungruhe wurde 1979 Sprecher der Initiative für ein lebendigeres, moderneres und anziehenderes Weinheim, Werner Gerth fasste die Ideen dafür zusammen und bündelte sie in der gemeinsamen Arbeit für ein liebenswertes Weinheim. 1987 trat Gerth die Nachfolge des Gründungsvorsitzenden Ungruhe an, 1993 wurde er bei seinem Ausscheiden zum Ehrenvorsitzenden des „Lebendigen Weinheim” ernannt.
Die Ehrung würdigte vor allem Gerths Engagement für die Stärkung der Einkaufsstadt Weinheim und ihrer Einzelhandels-Zentralität im Konkurrenzfeld benachbarter Einkaufs-zentren.
Werner Gerth speiste dieses Engagement aus den Erfahrungen eines langen und erfolg-reichen Berufslebens. 1956 war der gebürtige Baden-Badener über den Mannheimer Handelshof als Abteilungsleiter zum Kaufhaus Birkenmeier gekommen, das auf dem früheren Hotelgelände der „Vier Jahreszeiten” das Zugpferd der Einkaufsstadt Weinheim war. Gerth tat in den folgenden 32 Jahren alles, damit die Anziehungskraft des Hauses erhalten blieb und noch gesteigert wurde, zunächst in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Firmengründer Karl Birkenmeier und seiner Frau Johanna, nach 1970 mit ihrem Sohn Albrecht in freundschaftlicher Verbundenheit.
1957 wurde Gerth zum Geschäftsführer berufen und war fortan untrennbar mit den Erweiterungsschritten des Hauses Birkenmeier verbunden. Als Prokurist begleitete er die Eröffnung der Birkenmeier-Häuser in Fürth (1972), Oelde (1977), Ahlen (1978) und Heppenheim (1985), die beiden Umbauten in Weinheim und 1987 den 50. Geburtstag des 1937 als „Verkaufsstelle für Textil- und Hartwaren” im Hause Hauptstraße 100 (heute Drogeriemarkt Müller) eröffneten Unternehmens.
Als „Eckpfeiler unseres Hauses” würdigte Albrecht Birkenmeier 1993 seinen ersten Mitarbeiter beim Abschied in den Ruhestand, als „Mann, der ein Berufsleben lang im positiven Sinn der Faszination des Handels verfallen war”, bezeichnete ihn Norbert Chrobok, damals Chef im Multzentrum.
Von Lörzenbach aus, dem Lebensmittelpunkt seiner Familie, begleitete Pensionär Gerth den Niedergang „seines” Kaufhauses Birken-meier, in dem 2001 die Lichter ausgingen.
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