1.000 Fahrzeuge am Postknoten

Die Meldungen in den Weinheimer Nachrichten am 1. Juli 1949

Plakat zum Wiedererscheinen der Weinheimer Nachrichten
Mit diesem Plakat nach einem Linolschnitt von Adolf Gertenbach kündigten die „Weinheimer Nachrichten“ ihr Wiedererscheinen zum 1. Juli 1949 an. Bild: Pfrang

von Heinz Keller

Alle Beiträge in diesem Zeitungsarchiv sind erstmals in den Weinheimer Nachrichten erschienen. Die Veröffentlichung auf der Internetseite des Weinheimer Museums erfolgt mit der Zustimmung der DiesbachMedien GmbH.

 

Auf der Stadtseite der ersten Nachkriegsausgabe der „Weinheimer Nachrichten” wurde am 1. Juli 1949 über die Ernennung von Ratschreiber Karl Ebert zum Vorsitzenden des neu geschaffenen Friedens-gerichts berichtet, über den Verzicht des ehemaligen Oberbürgermeisters Wilhelm Brück (CDU) auf eine Bundestagskandidatur im Wahlkreis Mannheim-Land, über die Planung von 40 Häusern am Nächstenbacher Berg und über das Ergebnis einer Verkehrszählung auf der Postkreuzung, die innerhalb einer Stunde über 1.000 Fahrzeuge passierten: 416 Kraftwagen, über 500 Fahrräder und 114 Fuhrwerke.

In einem ausführlichen Vorbericht führte Dr. Fritz Hammes, vor seiner Berufung zum WN-Chefredakteur Mitbegründer und erster hauptamtlicher Geschäftsführer der jungen Kulturgemeinde Weinheim, in die im „Saalbau”, der heutigen Stadthalle, anstehende Weinheimer Erstaufführung von Beethovens „Neunter” durch das Pfalzorchester ein.

Hohensachsens Sorgen

Als Heimatzeitung berichteten die WN natürlich auch aus Weinheims Nachbargemeinden: von der Wiedereröffnung des durch späte Kriegseinwirkungen stark beschädigten Lützelsachsener Traditions-Gasthauses „Zur Bergstraße” (heute La Mozarella), von einem Basar der evangelischen Kirchengemeinde Hemsbach-Sulzbach zu Gunsten einer Kirchenuhr für Hemsbach und eines Kindergarten-Neubaues in Sulzbach, von Hohensachsens Hauptsorgen, dem Wassermangel und der Wohnungsnot, von der Erweiterung der Wasserleitung in Unterflockenbach und vom starken Auftreten des Rüsselkäfers im Schriesheimer Wald.

Alte Weinheimer Firmen

In einem mehrseitigen Anzeigenteil warben Firmen und Geschäfte, die es heute nicht mehr gibt: Textilhaus Jacob, Kaufhaus Bräunche, Fischhaus Wilhelm, Foto Wendel, Auto-Sebastian mit einer Sonderschau der neuen VW-Modelle im Hof der Dürreschule, Bekleidungshaus Carl Wild, Damenhüte Frieda Voos, Porzellan Willy Wedertz, Drogerie Pohl, Bekleidungshaus Fritz Delert, Herrenartikel Georg Heeger, Thams-und-Garfs-Niederlage Gustav Schulz, Wäscherei Sonne und Schuhhaus Rohr. Und natürlich Kukirol mit seinen Angeboten zur Behandlung der Hühneraugen: „Kukirolen Sie!”.

Im Modernen Theater lief „Zirkus Barney”, im Apollo gastierte Paul Hörbiger mit „Heut spielt der Strauß”.

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